Geschichte des Tabakanbau in Heddesheim

Um ca. 1600 breitete sich der Tabakanbau in der Region um Heddesheim aus.

In etwa um 1620 wurde großflächig Tabak um Heddesheim angebaut. Ältester schriftlicher Beleg über den Tabakanbau in Heddesheim, stammt von 1756.

Darin wird festgehalten, daß der katholische Pfarrer einen neuen "Tabakschoppen" (Tabakschuppen) erhalten hat.  

Heddesheim war in den 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts mit über 292 Hektar(!) die größte Tabakanbaugemeinde in Deutschland! 1935 betrug die Erntemenge 17.935 Zentner, im Vergleich dazu 1984 nur noch 1616 Zentner.

Heute gibt es nur noch wenige Tabakbauern in Heddesheim. Einzige stumme Zeugen der einstigen "Tabakhochburg" sind die oft verweisten Tabakscheunen, welche im alten Ortskern in vielen Hinterhöfen zu sehen sind. 

Hier einige Bilder aus der Geschichte des Hedesheimer Tabakanbaues:

 

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1930: mühevolles Pflanzen von Hand

 

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Der Heddesheimer David Kippenhan mit Wasserfass auf dem Weg zum bewässern der Pflanzen

 

1952: Tabakernte auf dem Feld von Fam. Fontius 

 

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Fam. Wanner beim "Duwak oifasse"(Tabak einfassen),

  d.h. die Tabakblätter wurden auf stabilem Garn aufgereiht und später zum Trocknen aufgehängt.

 

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"Duwak oifasse" bei Fam. Jakob Fleck

Der Tabak wurde vorwiegend von Frauen eingefasst. Dabei saß man auf dem Boden, auf Stroh und sang dabei Lieder, erzählte Geschichten. Natürlich wurde dabei auch jede Menge "getratscht"

 

1956: Tabakverwiegen

nannte man diesen Vorgang. Dabei waren auch Einkäufer der damals noch zahlreichen Tabakverarbeitenden Industrie in Deutschland vor Ort um die Ware zu prüfen. Das Bild enstand 1956 auf der Waage vor dem Rathaus.

Danksagung:

Wir danken der IG Heimatgeschichte Heddesheim, welche uns freundlicherweise die Bilder aus ihrem Archiv zur Verfügung stellte. Diese Bilder unterstehen dem Urheberrecht. Ohne Genehmigung der IG Heimatgeschichte ist das Downloaden untersagt.

Kontakt zur IG über den Zigarrenclub.

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